Röntgen und Ultraschall sind die wichtigsten bildgebenden Untersuchungsverfahren. Sie sind heute aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Mit Hilfe der modernen Computertechnik sind neue Bildgebungsverfahren hinzugekommen, von denen die Kernspintomografie die wichtigste ist.
Konventionelle Röntgendiagnostik
Beim konventionellen Röntgen wird ein fotografischer Film benutzt, der durch die Röntgenstrahlen belichtet, d. h. schwarz wird. Dichtes Gewebe wie z. B. Knochen schwächt die Strahlen und zeichnet sich auf einem Film oder einem anderen Speichermedium hell ab. So lassen sich durch konventionelle Röntgenaufnahmen Knochenbrüche, aber auch viele Lungenerkrankungen oder Veränderungen des Herzens nachweisen.
Durchleuchtungen erlauben durch kontinuierliches Röntgen die Beobachtung funktioneller Abläufe, etwa die Bewegungen von Herz und Herzkranzgefässen oder von Magen und Darm. In der Regel muss dazu ein Kontrastmittel eingenommen oder gespritzt werden. Die Aussagekraft von Durchleuchtungen kann sehr hoch sein, aufgrund der deutlich höheren Strahlenbelastung sind sie weitgehend vom CT verdrängt worden.
Röntgenverfahren mit Kontrastmitteln
Wenn sich die Dichte der für die Untersuchung relevanten Gewebe kaum unterscheidet, setzt man Röntgenkontrastmittel zur verbesserten Darstellung ein:
- Jod oder Barium sind positive Röntgenkontrastmittel. Sie absorbieren die Röntgenstrahlen wie Blei oder Knochen besonders stark und erscheinen im Röntgenbild hell. Sie werden vor allem im Bereich des Magen-Darm-Trakts, der Niere und der Harnwege sowie zur Darstellung von Gefässen (Angiografie) verwendet.
- Negative Röntgenkontrastmittel wie Luft und Kohlendioxid haben eine sehr niedrige Dichte und erscheinen im Röntgenbild dunkel. Sie können insbesondere die Darstellung des Darms verbessern. Häufig werden sie mit positiven Röntgenkontrastmitteln kombiniert (Kolon-Doppelkontrast).
Beim Kolon-Doppelkontrast-Röntgen (Holzknecht) zur Untersuchung des Dickdarms wird flüssiges Kontrastmittel mit einem Einlauf in den Enddarm eingebracht. Gleichzeitig wird zur besseren Kontrastierung ein zweites gasförmiges Kontrastmittel, z. B. Luft, in den Enddarm geblasen. Damit die Untersuchung aussagefähige Ergebnisse liefert, muss allerdings der Darm durch eine Darmreinigung vollständig entleert sein. Diese Rötgenuntersuchung wird heute nur noch selten durchgeführt, da mit CT und Koloskopie genauere Aussagen über den Zustand des Darms gemacht werden können.
Je nach Art der Fragestellung wird das Röntgenkontrastmittel entweder geschluckt, durch Sonden oder mittels eines Einlaufs in den Magen-Darm-Trakt eingebracht oder in Gefässe injiziert. Röntgenkontrastmittel-Untersuchungen können bei bestehender Kontrastmittelallergie eine sehr starke allergische Sofortreaktion hervorrufen. Daher wird die Indikation zur Kontrastmitteluntersuchung sehr sorgfältig gestellt. Bei vorbestehender, aber bislang noch unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion können sie eine thyreotoxische Krise auslösen. Schliesslich kann es auch zum akuten Nierenversagen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kommen, weshalb der Kreatininwert im Blut vor jeder Kontrastmitteluntersuchung bestimmt werden muss.